Olá Barcelona, tienes chips?

Das war spanisch – in katalanisch fehlt mir sämtliches Vokabular.
J und ich waren in Barcelona und es war grandios! Ich hatte bisher noch kein Bedürfnis verspürt in den Süden zu fliegen, um die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres zu genießen. Doch jetzt war es endgültig an der Zeit – trotz des großen, genialen Urlaubs, der uns noch bevor steht – dahingehend Geld zu investieren. Für irgendwas mussten die letzten Urlaubstage NACH meinem erfolgreich absolvierten Anerkennungsjahr (juhu!) gut sein – zu Hause rumlungern war jedenfalls nicht drin.

Das Hostel «Fabrizzios Petit Palace» wird hiermit jedem, der eine schöne und freundschaftliche Atmosphäre während seines Aufenthalts wünscht, ans Herz gelegt. Wenn du signalisierst, dass du lieber allein gelassen wirst, geht das natürlich auch. Aber dafür würde ich nicht in ein Hostel gehen, das nur 30 Betten hat.
Naja – super nette Jungs und Mädels arbeiten dort und beantworten jede Frage mit großem Einsatz, auch wenns mal schwieriger wird; Live-Musik am Montag Abend in Barcelona? Nee, gibts nich, dafür 1a Tipps, um Kneipen zu finden, die für ihr Bier keine 4€ verlangen.

Jetzt bin ich schon mitten drin. Moment. Das Hostel – es ist auch architektonisch ein Traum; zwei hohe weiße Flügeltüren führen zum großen Balkon, der, als wir um halb sechs ankamen, geflutet war vom Licht der Abendsonne …
Wir hatten unser wunderbares kleines Appartment zwei Stockwerke über der „Zentrale“, sodass wir viel Platz nur für uns hatten. Sollte ja Urlaub sein.

Besucht haben wir in erster Linie die vielen architektonischen Künste in Barcelona und exakt kein einziges Museum. Ich könnte sagen, dass das an dem viel zu guten Wetter lag – aber auch das würde nicht stimmen. Insgesamt war uns unsere Zeit zu schade, die wir mit Warten in ewig langen Warteschlangen vergeudet hätten.

Eintritt gezahlt haben wir lediglich für das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau und die Sagrada Familia. Das fällt nach meinem Verständnis auch eher in die architektonischen Künste. Seither sind J und ich Fans von Antoni Gaudi.

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Seine Häuser Casa Batló und Casa Míla haben wir auch besichtigt. Von außen versteht sich.
Den Park Güell haben wir auch jenseits der streng bewachten Geldgrenzen gesehen. Dort gibt es aber auch so genug zu sehen! Auf dem Weg dorthin schlugen wir eine Richtung ein, die uns von den Wegweisern abbrachte, aber umso schönere Eindrücke bescherte. Die Gegend wurde etwas edler, je näher wir dem Park Güell kamen – und ich meine mit „edel“, dass die Grundstücke größer wurden. Besonders gute Baumaterialien werden wahrscheinlich andere sein…

Das Edle hier ist kein BMW vor der Tür, sondern die südländische Art von Luxus; ein großer Garten mit hohen Toren und aufwendigen Verzierungen aus Metal darauf. Überall wachsen exotische Pflanzen auf einer steinernen Terasse oder im leicht bemoosten Boden davor. Hauptsache aber; viele viele blühende Blumen. Ein Traum!

Blaue Blüte

Tag 2 war dem Montjuic gewidmet. Wir waren geschafft von unserem Lauf zum Park Güell und spürten schon früh unsere müden Beine. So müde wie wir waren, so hatten wir uns aber auch entschlossen, möglichst wenig Zeit in den muffigen Metro-Schächten zu verbringen, in denen man wahrscheinlich am wenigstens von Barcelona sieht. Also sind wir noch kurz vorher zum Arc de Triomf gelaufen. Wie wir dazu gekommen sind, weiß ich nicht mehr, liegt er doch in einer völlig falschen Richtung… Ich schätze, J wollte ihn sehen.

Eine schwerwiegende Fehlentscheidung war der Auf- äh Abstieg zum katalanischen Kunstmuseum. Ein Ersatzbus brachte uns statt des Funicular zum Montjuic, was reibungslos funktioniert hat. Dort hatten wir die Möglichkeit, entweder zum Castell zu laufen oder zum pompösen Gebäude des katalanischen Kunstmuseums.
Auf dem Weg dorthin schlugen wir wieder den interessanteren Pfad ein – ein super Regelung, wie ich finde.
So erlebten wir eine der vielen positiven Überraschungen in Barcelona. Die Gasse kann klein und unscheinbar wirken. Doch gehst du durch sie hindurch, eröffnet sich dir ein großer lebhafter Platz mit Springbrunnen in der Mitte.
Oben auf dem Montjuic gibt es vielleicht keinen Platz wie unten in der Stadt.

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Aber uns eröffnete sich die Stille der mediterranen Gärten. Oder so. Wahrscheinlich hießen sie anders, ich habe sie einfach so genannt.
Dort gibt es Brunnen mit angeordneten Seerosenfeldern, Bäumen, die aus Treppen wachsen und kalkweiße Säulen, die Ranken von Pflanzen über sich zusammen führen und ein grünes Dach tragen. Die Stadt liegt rechts von dir und zieht sich bis zum Horizont. Sie sieht staubig aus, fast dreckig, eingepfercht zwischen den Bergen, dem Meer und dem vielen Grün darum herum. Auf dem Boden liegt feiner Kies und die Leute scheinen bedachter und leiser auf den Wegen zu gehen, leiser miteinander zu sprechen, aus Respekt gegenüber den anderen Menschen, die hier vielleicht Ruhe und Erholung suchen.
Eine kleine natürliche wie menschliche Oase.

Am Museum angekommen standen wir auf einmal vor dem Fond Magical, das wir am Abend zuvor zur Musik vom „Ewigen Kreis“ bestaunt hatten. Nur ein paar Treppenstufen hinab trennen den Montjuic von der Stadt. Zumindest scheint es so, es wird sicher nicht der höchste Punkt sein. Der Effekt aber war sehr gut. Traue keiner Hostelkarte wenn sie keinen Maßstab hat!

An diesem Tag genoss ich – nach vielem Suchen – das perfekte spanische Omelette. Sorry W, deins ist auch perfekt, nur nicht ganz so spanisch.


Der Urlaub passierte zu genau der richtigen Zeit am richtigen Ort. J und ich holten gemeinsame Zeit nach und holten uns Inspiration und Erholung ein. Hier und da entdeckte ich völlig offene Seiten an mir selbst und genoss sie in vollen Zügen. Und trotz der vielen Lauferei haben wir uns abends immer wieder aufgerafft, Bier, Wein und Mojito getrunken, Canasta gespielt, verloren und auch gewonnen. 5100 zu 3500, J! Nur, dass das festgehalten wird für alle Ewigkeit.

Achja, 2024 soll die Sagrada Familia fertig sein. Wir werden sie sehen. Hier hat sich der Eintritt nämlich extrem gelohnt!

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Prochaine station: STA Travel. Une recommandation.

Wir waren insgesamt 3x beim Unicenter der TU Dortmund, in dem sich das kleine Reisebüro von STA Travel befindet.
Jedes Mal gingen wir, den Kopf voller nützlicher Informationen, Tipps und wirrer Gedanken über Flugstopps und Kostenkalkulationen wieder hinaus.
Mit Frau Dü waren wir sofort auf Du und sie verstand, uns kompetent und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Hier werden meine Wünsche erfüllt und das noch mit erheblich weniger Geld als wir zunächst angenommen hatten.

Ob kurzer oder langer Trip; dort würde ich wieder hingehen.

Folgende Stopps werden wir vornehmen:

Düsseldorf – Singapur
Singapur – Brisbane
Brisbane – Auckland
Auckland – Los Angeles
Seattle – New York
New York – Reykjavik
Reykjavik – Frankfurt

Ende Dezember besuchen wir Frau Dü noch einmal und holen unsere Dokumente ab bzw. regeln noch die ein oder andere Versicherungsgeschichte. Dann gehts auch schon fast los!